03.07.2012

Masterarbeit als Kooperation zwischen An-Institut der FH Bielefeld und der Technischen Fakultät der Uni Bielefeld

Im Rahmen einer Masterarbeit hat Herr Christoph Busse, ehemaliger Absolvent des Studienganges Apparative Biotechnologie, eine neue System-Plattform zum automatisierten, molekularbiologischen Nachweis von methylierter DNA als onkologischen Biomarker evaluiert.

Im Rahmen einer Masterarbeit "Evaluation eines automatischen Extraktions- und Amplifikationsverfahrens zum Nachweis methylierter DNA aus nativem und modifiziertem Plasma" hat Herr Christoph Busse, ehemaliger Absolvent des Studienganges Apparative Biotechnologie, eine neue System-Plattform zum automatisierten, molekularbiologischen Nachweis von methylierter DNA als onkologischen Biomarker evaluiert.

Die derzeit im Einsatz befindlichen alternativen Verfahren der Stuhluntersuchung oder der Darmspiegelung sind in der täglichen Vorsorgeroutine gut etabliert. Gleichwohl ergeben sich Nachteile im Umgang mit diesen Untersuchungen. Dieses führt zu einer mangelnden Inanspruchnahme im Rahmen der Vorsorge.

In seiner Arbeit untersuchte Herr Busse die Durchführung und den Einsatzbereich molekularbiologischer Verfahren, hier im Speziellen den Nachweis methylierter DNA des Gens Septin 9. Der Nachweis methylierter DNA des Septin-9-Gens stellt einen prognostischen Marker dar, der auf die Möglichkeit des Vorhandenseins eines kolorektalen Karzinoms hinweist; eine weitergehende koloskopische Untersuchung muss bei positivem Test angeraten werden. Da künftig die molekularen Verfahren eine zunehmende Bedeutung in der Krebsvorsorge spielen werden, ist es erforderlich, die derzeit auf dem Markt befindlichen, etablierten manuellen Testverfahren dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Untersuchung durch ein automatisiertes und damit besser standardisiertes Verfahren ersetzt werden kann. In dem Projekt wurde die Technologie einer Automatisierung evaluiert und auf ihre Schwachstellen hin überprüft; im Rahmen der Vorevaluation der Gerätetechnik konnten Optimierungs-Strategien entwickelt werden.

Um diese Evaluation zu ermöglichen, war die Verfügbarkeit von positivem Probenmaterial von besonderer Bedeutung. Die erforderlichen Mengen können nicht aus der Routinediagnostik (d.h. mit echtem Patientenmaterial) gewonnen werden. Aus diesem Grund wurde erforderliches Probenmaterial unter standardisierten Bedingungen biotechnologisch hergestellt. Die Studie wurde in den Laboren des Instituts für Instrumentelle und Molekulare Technologien (IMOLTEC), einem An-Institut der FH Bielefeld, in enger Kooperation mit dem Studiengang Apparative Biotechnologie durchgeführt und von Herrn Prof. Noll an der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld betreut. "Diese Art der Zusammenarbeit bereichert nicht nur die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses, sondern erweitert auch das Forschungs- und Entwicklungsangebot des Hochschulstandortes. Die Industriepartner schätzen die daraus resultierenden Kooperationsmöglichkeiten. Weitere Projekte ähnlicher Art sind bereits in Planung" so Dr. Carsten Tiemann, Institutsleiter der IMOLTEC in Bad Salzuflen.

Christoph Busse, ABT

Christoph Busse bei der Laborarbeit zur Untersuchung methylierter DNA im Blut.
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