Im Alter von 82 Jahren ist Prof. Dr. Theo Koormann am 17. November 2016 verstorben. Der Maschinenbauingenieur lehrte von 1967 bis 2000 an der heutigen Fachhochschule Bielefeld.
Der Maschinenbauingenieur lehrte von 1967 bis 2000 in Bielefeld.
Im Alter von 82 Jahren ist Prof. Dr. Theo Koormann am 17. November 2016 verstorben. Der am 03. Oktober 1934 in Herne geborene Theo Koormann war insgesamt 34 Jahre in der Lehre der heutigen Fachhochschule Bielefeld tätig.
Nach seinem Diplom im Februar 1961 an der Technischen Hochschule Aachen in der Fachrichtung Maschinenbau arbeitete er zunächst bei der Aktiengesellschaft SCHIESS in Düsseldorf als Versuchsingenieur. Anschließend übernahm er eine Planstelle als wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Bergbau- und Hüttenmaschinenkunde, ebenfalls an der Hochschule Aachen.
Im Jahr 1967 bekam der mittlerweile verheiratete Vater zweier Töchter den akademische Grad des „Doktor-Ingenieur“ verliehen. Im selben Jahr wurde Dr. Koormann als Baurat im Ingenieurschuldienst an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenbau in Bielefeld eingestellt. Mit der Gründung der Fachhochschule Bielefeld im Jahr 1971 führte er zunächst die Amtsbezeichnung Fachhochschullehrer, bis er im Jahr 1973 vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung die Berechtigung zum Führen der Bezeichnung Professor erhielt.
Prof. Koormann unterrichtete Mathematik, Werkzeugmaschinenkunde und später die CNC Technik. Er war als engagierter Professor und beliebter Kollege bekannt. Sein langjähriger Weggefährte Prof. Dr. Raimund Kisse erinnert sich: „Theo Koormann war ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Ich erinnere mich an die täglichen Frühstückspausen zwischen den Lehrenden. Koormann war ein wichtiger Teil dieser Runde. Er hat sich immer sehr für alles interessiert und eingesetzt. Auch nach seiner Pensionierung hat er bis zuletzt den Kontakt zu uns gehalten“.
Von 1982 bis 1986 war Prof. Koorman als Prodekan für den Fachbereich Maschinenbau tätig. „Er hat sich sowohl in den Jahren vor seiner stellvertretenden Dekanstätigkeit, als auch danach um die Raum-, Kapazitäts- und Dozenteneinsatzplanung gekümmert und in dieser Funktion aktiv für eine Optimierung der organisatorischen Abläufe gesorgt. Das Wohl von Studierenden und Lehrenden war dabei immer sein oberstes Ziel“, erzählt Prof. Dr. Gerhard Zenke, der ebenfalls viele Jahre mit Prof. Koormann zusammengearbeitet hat.
Neben der Lehre an der FH Bielefeld hielt Theo Koormann zahlreiche Vorträge im Verein Haus der Technik Bielefeld e.V. sowie an anderen Hochschulen. Darüber hinaus unterstützte er durch seine Mitgliedschaft die GFFE e.V. (Förderverein der Ingenieurausbildung) seit 1995.
„Prof. Koormann kam jeden Tag mit dem Fahrrad zur Hochschule. Seine Leidenschaft neben seinem Fach galt der heimischen Modelleisenbahn“, weiß Monika Falkenberg, Verwaltungsmitarbeiterin des Fachbereichs. „Diese analoge Eisenbahn hat er in der Zeit seiner Rente sogar digitalisiert. Er stand neuen Dingen grundsätzlich offen gegenüber“, ergänzt Prof. Kisse.
Anfang der 80er Jahre schaffte Prof. Koormann die erste CNC Drehmaschine, damals noch von Gildemeister, an. Zuvor gab es bereits konventionelle Dreh- und Fräsmaschinen, doch erst diese Anschaffung war der Startschuss für die Entstehung des Werkzeugmaschinenlabors, der heutigen mechanischen Werkstatt. 1987 folgte die erste CNC Fräsmaschine. Im Jahr 1989 stellte Prof. Koormann Roland Foth als Unterstützung für das damalige Werkzeugmaschinenlabor ein.
„Ich kann ausschließlich von positiven Erfahrungen berichten. Prof. Koormann war mit Herzblut Lehrender. Ihm lag die Förderung junger Menschen am Herzen und er gab nicht eine Übung raus, ohne sie selbst ausprobiert zu haben. Theo Koormann war legendär für die schönen Gastgeschenke, die er an den Dreh- und Fräsmaschinen herstellen konnte. Das von ihm geschriebene Programm für die Anfertigung eines Schachspiels dient uns nach wie vor als Vorlage. Einige seiner detailgenau skizzierten Übungen werden auch heute noch gerne in der Lehre eingesetzt“, berichtet Roland Foth.
Die ehemalige Studentin und heutige wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fachbereichs Iris Bohnenkamp stimmt zu: „Theo Koormann war ein Professor der alten Garde. Er hat einiges von uns verlangt und selbst unheimlich viel gegeben. Wir haben gerade deshalb viel bei ihm gelernt.“
Den weiteren Erinnerungen von Roland Foth ist nichts mehr hinzuzufügen. „Prof. Dr. Theo Koormann war der beste Vorgesetzte, den man sich wünschen kann. Er war wohlwollend, freundlich und niemals von oben herab. Er hatte ein Herz für Studierende, denen das Studium nicht so leicht fiel und war immer darauf bedacht, dass alle, sowohl Studierende als auch Mitarbeiter auf seinen Wissenstand kommen. Besonders beeindruckte mich sein dynamisches Wesen. Selbst im hohen Alter. Ich erinnere mich, wie er auch mit 80 Jahren noch voller Elan und guter Laune zu unserem Semestergrillen kam. Ich bin dankbar für die vielen schönen Jahre der guten Zusammenarbeit“. Bis zu seiner Pensionierung im Februar 2000 arbeitete Prof. Koormann vertrauensvoll mit Roland Foth zusammen. (th)