29.04.2015

Pilotprojekt zwischen Bielefeld und Esteli ist bereit für die zweite Runde

Nach einem erfahrungsreichen Jahr der Zusammenarbeit der Projektpartner war es am Mittwoch, den 22. April 2015 Zeit für ein Resümee in den Räumlichkeiten des Fachbereichs IuM.

Bereits 2012 hatte die Stadt Bielefeld die Mitarbeit im Projekt "50 kommunale Klimapartnerschaften" im Rahmen des Partnerschaftsabkommens mit der Partnerstadt Estelí begonnen. Durch dieses Projekt und die finanzielle Förderung vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entstand die Möglichkeit am Austauschprogramm "ASA-Kommunal" teilzunehmen. Das ASA-Programm lädt junge Menschen aus den Partnerstädten zum vierteljährlichen gegenseitigen Austausch ein. Ziel des entwicklungspolitischen Programms in dem Bielefelder Projekt war die nachhaltige und ressourcenschonende Elektrifizierung des Biosphärenreservates Miraflor in Estelí/Nicaragua. Da diese Zielformulierung eine passgenaue Aufgabenstellung aus dem Lehrbuch für erneuerbare Energien sein könnte, fühlte sich Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Studiengangsleiterin des Studiengangs Regenerative Energien des Fachbereichs IuM der Fachhochschule Bielefeld, von Beginn an aufgerufen. Außerdem war es eine willkommene Gelegenheit die bestehende Kooperation zwischen der FH Bielefeld, dem Welthaus und der Universität Farem mit neuem Leben zu füllen.

Gemeinsam mit den Studenten Johannes Vogelsang und Lennart Schräder, Studierende des Studiengangs Regenerative Energien, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Projekt "weltwärts" engagierten, bemühten sich kurzerhand die Projektpartner aus dem Welthaus Bielefeld erfolgreich um die Teilnahme am ASA- Austauschprogramm. In dem konkreten Projekt mit dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) fand schließlich ein zweimaliger Studierendenaustausch statt. Der Fachbereich durfte zwei Studentinnen aus Esteli für drei Monate an der Hochschule begrüßen. Die zwei Studenten des Fachbereichs IuM verbrachten anschließend ein Vierteljahr in Nicaragua.

Ein Jahr nach dem ersten Zusammenkommen mit den Projektpartnern der Universität Farem in Esteli und viele wertvolle Erfahrungen später, war es am Mittwoch, den 22. April 2015 Zeit für ein Resümee in den Räumlichkeiten des Fachbereichs IuM der FH Bielefeld.

Lennart Schräder und Johannes Vogelsang präsentierten ihren Kommilitonen im Rahmen der Photovoltaik Vorlesung ihre Ergebnisse und Erfahrungen aus der Projektzeit.

"Eine wichtige Veranstaltung, wenn man an die zukünftige Projektgestaltung denkt. Wir sollten den jetzigen Zeitpunkt nutzen um Studierende für das nächste Austauschprogramm zu gewinnen.", so Prof. Schwenzfeier-Hellkamp. Die positive Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten Partnern, aber insbesondere die zwischen den Partnerhochschulen, der Universität Farem und der FH Bielefeld, soll fortgesetzt werden. Damit die Studierenden einen Eindruck erhielten und direkt ihre Fragen und Unsicherheiten klären konnten, waren sämtliche Vertreterinnen und Vertreter der Bielefelder Projektpartner anwesend.

Professorin Eva Schwenzfeier-Hellkamp seitens der FH, Birgit Reher vom Umweltamt der Stadt Bielefeld, Stefan Jankowiak, Verantwortlicher seitens des Welthauses, sowie Ulrike Mann, Geschäftsführerin im Welthaus Bielefeld.

Lennart Schräder erläuterte den Zuhörerinnen und Zuhörern zunächst die konkreten Ziele des Projekts. Es sollte eine Elektrifizierung von 11 Gebäuden der Gemeinde Miraflor umgesetzt werden. In Esteli untersuchten Studierende der Universität Farem die genauen Bedarfe und Wünsche der Bevölkerung. Auf dieser Arbeitsgrundlage sind letztendlich drei Konzepte entstanden. Zwar konnte innerhalb der Projektphase der Bielefelder Studenten der ausgewählte Konzeptvorschlag aufgrund der sich im Prozess befindlichen Kostenklärung nicht umgesetzt werden, doch es wird mit einer Realisierung innerhalb des kommenden Jahres gerechnet. Nichts desto trotz konnten die beiden Studenten vor Ort aktiv werden, wie Johannes Vogelsang berichtete. Sie haben beispielsweise eine Photovoltaik-Inselanlage für den dörflichen Wasserpumpenbetrieb installiert.

"Der erste Durchlauf lief sicher nicht reibungslos, aber wir können aufgrund der gesammelten Erfahrungen konkrete Verbesserungen umsetzen", so Stefan Jankowiak vom Welthaus. "Globale Strukturen erfordern Flexibilität", ergänzt Birgit Reher von der Stadt Bielefeld. Frau Schwenzfeier-Hellkamp betont den Gewinn für die Lehre, denn einen Wissenstranfer auf Augenhöhe konnten alle Beteiligten verzeichnen. Johannes Vogelsang und Lennart Schräder möchten die gesammelten Erfahrungen nicht missen. Johannes Vogelsang schloss den Vortrag mit den Worten "Die Projektzeit war eine sehr prägende Zeit. Wir standen vor Schwierigkeiten und hatten Spaß zugleich. Unterm Strich sind es doch gerade die Projekte, die nicht reibungslos verlaufen, an denen man am meisten wächst." Fest steht, dass die Kooperation eine Bereicherung für alle Beteiligten ist und der Studierendenaustausch auch im kommenden Semester gewünscht ist. (th)

Interessierte Studierende können sich gerne an
Prof. Eva Schwenzfeier-Hellkamp und Dirk Hansmeier wenden.