Am Donnerstag, den 13. November 2014 lud das Institut für Systemdynamik und Mechatronik (ISyM) des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) gemeinsam mit der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der IHK Lippe zu Detmold zu der Informationsveranstaltung "Effizienzsteigerung durch Mechatronik" an die Fachhochschule Bielefeld ein.
Diese Veranstaltung fand im Rahmen der "solutions-Reihe" statt. Das OWL Forum für Technologie und Innovation solutions ist eine wichtige Kommunikationsplattform für das Spitzencluster it's OWL. Hier können sich Experten aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet Intelligente Technische Systeme informieren, austauschen und Kontakte knüpfen.
Der Titel der diesjährigen Veranstaltung "Effizienzsteigerung durch Mechatronik" umrahmte die Bereiche der modellbasierten Systementwicklung, Systemdynamik und Regelungstechnik sowie Mechatronik. Es wurde aufgezeigt, welchen Beitrag die Entwicklungsmethodik zur Effizienzsteigerung in der Entwicklung und Realisierung von neuen Produkten leisten kann.
Der Institutsleiter des ISyM, Prof. Rolf Naumann begrüßte zu Beginn der Veranstaltung die rund 30 externen Gäste aus Forschung und Entwicklung. Im Anschluss referierten die Institutsmitglieder über ihre aktuellen Forschungsprojekte. Prof. Klaus Panreck stellte die Methodik der Modellbasierten Systementwicklung vor und verdeutlichte warum diese ein wichtiger Teil der Mechatronik ist "Sie können manche Effekte in der Simulation untersuchen, die sie im realen System nicht überprüfen können, beispielsweise die Reibung", so Panreck.
Anschließend erklärte Prof. Dirk Weidemann anhand eines Stanznietsystems wie eine Steigerung der Energie- und Zeiteffizienz mechatronischer Systeme durch Steuerung und modellbasierte Diagnose erfolgen kann. Prof. Heinrich Kühlert zeigte auf, wo mechatronische Denkansätze in der Schwingfördertechnik zum Tragen kommen. Prof. Sebastian Hoffmann stellte dar, wie Effizienzsteigerung in der Antriebstechnik mittels Einsatz moderner effizienter Komponenten, Reduzierung der Energieumwandlungen und mittels Energierückgewinnung erzielt werden kann.
Darüber hinaus schilderte Herr Dipl.-Ing. Nico Zurmühlen von CAE Software und Systems GmbH aus Gütersloh die Zusammenarbeit mit dem ISyM aus Sicht eines Kooperationspartners. Er stellte das gemeinsame Projekt
Low-Cost-Mechatronic-System (LoCoMS) vor. In diesem Projekt soll ein leistungsfähiges System zur Analyse von Sound & Vibration Problemen entstehen, welches durch "Nicht-Professionelle" bedient werden kann. Zudem lobte er die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bielefeld "Die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich IuM war sehr angenehm und die Flexibilität war hoch, weil man sich unserem wilderen Fahrwasser gut angepasst hat", berichtet Zurmühlen.
Wie mechatronische Systemlösungen zur aktiven Schallkompensation im Rahmen des Kooperationsprojekt LoCoMS verwendet werden, erklärte Prof. Joachim Waßmuth. Es werden Daten aus einer realen Anwendung an das Simulationsmodell übergeben und dort Algorithmen modelliert, welche dann auf eine Hardware übergeben werden. Anschließend wird in einem echten System überprüft wie effektiv die erzeugten Algorithmen funktionieren.
Prof. Rolf Naumann stellte vor, wie durch einen modellbasierten Entwurf eine semi-aktive Dämpfung zur Erhöhung des Fahrkomforts eines Rollstuhls zu realisieren ist. Abschließend referierte Prof. Axel Schneider über biomechatronische, eingebettete Antriebssysteme in der interaktiven Robotik. Ein leckerer Imbiss bot den Gästen und den Institutsmitgliedern Raum und Zeit zum Netzwerken und rundete die gelungene Veranstaltung ab.
Das Einsatzgebiet für Mechatronik ist vielfältig. Ob Automobil- oder Gesundheitstechnik, Mobilitätshilfen, Haushaltsgeräte, Landmaschinentechnik oder Windkraftanlagen. Das ISyM des Fachbereichs IuM stellte Methoden, Verfahren und erfolgreich umgesetzte F&E-Projekte mit direktem Transfer in KMU und Industrie vor. Dabei reicht die Forschung von der einfachen Nutzbarmachung und Anwendung von Methoden der modellbasierten Systementwicklung bis hin zur übergeordneten domänenübergreifenden Prozessgestaltung. (wm)