Fast fünf Jahre wurde das Luftkissenfahrzeug Hovercraft im Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München ausgestellt. Nun nimmt er seinen gewohnten Platz im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der FH Bielefeld wieder ein.
Das Luftkissenfahrzeug wurde im Rahmen eines Projektes von Prof. Kaschuba, Fachbereich IuM, entwickelt. Unterstützt wurde das Projekt von Dipl.-Ing. Albert Mielke und Dipl.-Ing. Daniel Wagner. Die beiden ehemaligen Studenten des Studiengangs Produktentwicklung Mechatronik konstruierten im Rahmen ihrer Diplomarbeit ein kompaktes Schubsteuersystem für kleinere Luftkissenfahrzeuge. Die Funktionsweise des entwickelten Schubsteuersystems erinnert an das Lenkprinzip eines Kettenfahrzeugs. Die vom Propeller erzeugte Luft wird in zwei Kanäle aufgeteilt. Jeder dieser Kanäle verfügt über ein Klappenpaar, das ähnlich wie das Schubumkehr-System eines Turboantriebwerks arbeitet und in der Lage ist, den Anteil der nach hinten oder vorne ausgestoßenen Luft stufenlos zu regulieren. Bremsmanöver und Rückwärtsfahrten sind so reibungslos möglich. Unterstützt wurde das Projekt von Festo AG. Das Unternehmen ist weltweit führend in der Automatisierungstechnik und Weltmarktführer in der technischen Aus- und Weiterbildung.
Prof. Kaschuba hat mit seinem Projekt gezeigt, dass im Bereich des Arbeitens mit Luft vielfältige neue Innovationen denkbar sind. Ein Hovercraft ist überall einsetzbar - auf Wasser, Eis oder Kies. Zudem verfügt er über eine beeindruckende Wendigkeit. Das macht ihn zum idealen Einsatzfahrzeug in Gefahrensituationen. In den USA nutzen Feuerwehren die Fahrzeuge bei der Rettung von Menschenleben beispielsweise auf dünnem Eis.
Ab 2013 kann das Luftkissenfahrzeug Hovercraft auf dem neuen Campus der FH Bielefeld bestaunt werden.
Text:
Cigdem Özdemir