01.02.2017

Zwei neue Gesichter am Fachbereich IuM

Rund 70 Interessierte nutzten die Gelegenheit, die neuberufenen Professoren Dr.-Ing. Jürgen Hermeler und Dr.-Ing. Magnus Horstmann in ihren Antrittsvorlesungen kennenzulernen.

Rund 70 Interessierte nutzten am 18. Januar 2017 die Gelegenheit, die neuberufenen Professoren Dr.-Ing. Jürgen Hermeler und Dr.-Ing. Magnus Horstmann persönlich kennenzulernen. Im Namen des Dekans hatte der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) zu den Antrittsvorlesungen der neuen Kollegen eingeladen. Neben zahlreichen Hochschulmitgliedern sorgten auch Familienangehörige der Redner und externe Partner für einen gelungenen Rahmen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Dekan Prof. Dr. Lothar Budde stellte sich zunächst Jürgen Hermeler den Zuhörerinnen und Zuhörern näher vor.

Der aus Sassenberg stammende Diplom-Ingenieur startete seine berufliche Karriere 1992 als Entwicklungsingenieur für Turbinenbeschaufelungen von Gasturbinen bei Siemens in Mülheim an der Ruhr. Im Jahr 2000 schloss Jürgen Hermeler seine Promotion zum Thema „Optimale Auslegung von Gasturbinen für Kombikraftwerke“ ab. Es folgten Stationen als Projekt- und Gruppenleiter bei Siemens. 2007 wechselte er zur Firma GEA Westfalia Separator Group in Oelde, einem Hersteller von Industriezentrifugen. Vor der Aufnahme seiner Tätigkeit an der FH Bielefeld arbeitete Dr. Hermeler dort zuletzt als Leiter Entwicklung und Konstruktion der Produktlinie Dekanterzentrifugen.

Im Oktober 2016 hat Jürgen Hermeler die Professur für „Kolben- und Strömungsmaschinen“ am Fachbereich IuM der FH Bielefeld übernommen. In der Antrittsvorlesung stellte er seine zukünftigen Forschungsschwerpunkte Turbomaschinen und Zentrifugen vor. Zentrifugen werden in einer Vielzahl von Prozessen zur Trennung von Gemischen (fest-flüssig, bzw. flüssig-flüssig) eingesetzt. Beispiele für die Anwendung von Zentrifugen sind die Klärung von Bier, die Entkeimung von Milch oder die Entwässerung von Klärschlamm. Die zentrifugale Trenntechnik bildet zukünftig einen Schwerpunkt in der Forschungsarbeit von Prof. Hermeler. Da man innerhalb von Zentrifugen das Strömungsfeld und die Transportvorgänge des Feststoffes nicht erfassen kann, erfolgt die verfahrenstechnische Optimierung einer Zentrifuge heute vielfach anhand der Beurteilung des Trennergebnisses zwischen Ein- und Austritt der Zentrifuge. Die Zentrifuge selber bleibt innerhalb dieser Betrachtung eine „Blackbox“. Prof. Hermeler verfolgt nach eigener Aussage die Vision, die verfahrenstechnischen Vorgänge innerhalb einer Zentrifuge komplett durch eine dreidimensionale numerische Simulation nachzubilden. Vorhandene numerische Methoden wie CFD (Computational Fluid Dynamics) und DEM (Discrete Element Method) bieten die Voraussetzung für eine numerische Simulation der Vorgänge innerhalb der Zentrifuge. Diese Methoden zur Anwendung müssen allerdings noch validiert werden. Durch die virtuelle Darstellung der Strömungs- und Transportvorgänge innerhalb der Zentrifuge ergeben sich neue Erkenntnisse, die letztlich zu einer optimierten Geometrie der Zentrifuge mit höherer Leistung führen werden.

Im Anschluss stellte sich Magnus Horstmann mit seinem Werdegang und der Vorlesung „Chancen und Herausforderungen für die Produktionstechnik“ vor. Nach Abschluss seines Studiums zum Wirtschaftsingenieur mit der Fachrichtung Maschinenbau und erfolgreicher Promotion zum Doktor-Ingenieur am Laboratorium für Werkstoff- und Fügetechnik an der Universität Paderborn, begann Magnus Horstmann 2008 bei dem Unternehmen Hella. Dort war er zunächst als Methodenentwickler beschäftigt, bevor er in den darauffolgenden Jahren Leiter Operational Excellence für den Geschäftsbereich Licht, Leiter der Produktionstechnik Komponentenfabrik und anschließend Leiter der Komponentenfabrik im Leitwerk Lippstadt wurde. Während der gesamten Zeit bei Hella war Magnus Horstmann nebenberuflich als Dozent an verschiedenen Hochschulen tätig, bevor er schließlich im September 2016 die Professur für das Lehrgebiet „Produktionstechnik und Prozessmanagement“ an der FH Bielefeld übernommen hat.

In seinem Vortrag erläuterte er, wie sich die aktuellen Megatrends der Gesellschaft auf die Produktion und die Produktionstechnik auswirken. Herausforderungen ergeben sich zum Beispiel durch kürzere Produktlebenszyklen, eine zunehmende Variantenvielfalt oder immer individueller werdende Kundenwünsche. Durch den Einsatz neuer Technologien bieten sich Chancen für innovative Produktionskonzepte, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Hier lassen sich verschiedene Themenfelder wie Transparenz, Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz in der Produktion oder die Beherrschung neuer Fertigungsprozesse ausmachen, zu denen Prof. Horstmann aktuelle sowie zukünftig vorstellbare Anwendungsbeispiele präsentierte. In den vorstehenden Themenfeldern sieht er darüber hinaus auch die Schwerpunkte für seine Forschungsarbeit.

Nach einem regen Austausch über die Fachvorträge fand der Nachmittag einen geselligen Abschluss bei Kaffee und Kuchen. (th)