Am 10. November 2011 trafen sich mehr als 20 Unternehmensvertreter am Studienort Gütersloh, um sich über das praxisintegrierte Studium auszutauschen.
Am 10. November 2011 trafen sich mehr als 20 Unternehmensvertreter am Studienort Gütersloh, um sich über das praxisintegrierte Studium auszutauschen. Bereits zum vierten Mal hatte der Fachbereich IuM der Fachhochschule (FH) Bielefeld die Unternehmen aus der Region an den Studienort Gütersloh eingeladen. „Wir möchten den Unternehmen eine Plattform bieten, sich untereinander und mit uns als Hochschule über die praxisintegrierten Studiengänge in Gütersloh auszutauschen.“, so Marcus Miksch, der an der FH Bielefeld die Firmenkontakte koordiniert.
Warum die Kontaktpflege zur Industrie gerade hier so wichtig ist, liegt an dem Studienkonzept: bei den praxisintegrierten Studiengängen sind die Studierenden über die gesamte Studiendauer in einem Unternehmen beschäftigt. Dabei wechseln sich elf Wochen Praxis im Unternehmen mit zwölf Wochen Theorie an der FH ab. In Gütersloh kann man in diesem Modell Wirtschaftsingenieurwesen oder Mechatronik/Automatisierung studieren. Um einen Studienplatz zu bekommen, muss ein Bewerber einen Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen schließen.
Viele Unternehmen sehen in den praxisintegrierten Studiengängen eine gute Möglichkeit, einem künftigen Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken. Die Studierenden werden vom ersten Semester an in den Betrieb integriert und können schnell an verantwortungsvolle Aufgaben herangeführt werden.
Die Anforderungen der Betriebe sind ganz unterschiedlich. Oft werden junge Menschen gesucht, die unmittelbar nach dem Abitur oder Fachabitur mit dem Studium beginnen sollen. Viele Unternehmen stellen aber auch gerne junge Leute ein, die technische Vorkenntnisse mitbringen. Sehr begehrt sind Facharbeiterinnen und Facharbeiter aus den Bereichen Elektrotechnik, Mechanik, Mechatronik.
Los ging es mit einem Bericht aus der Praxis: Dirk Niemann, Leiter Technische Betriebe der AUGUST STORCK KG (Halle/Westfalen) berichtete, wie die Studierenden in den Unternehmensalltag integriert werden. Die AUGUST STORCK KG beschäftigt derzeit zwei Mechatronik-Studenten, die bereits ihre Ausbildung im Unternehmen absolviert haben: „Wir möchten mit dem Studium unsere zukünftigen Fachspezialisten und Führungskräfte ausbilden.“, so Niemann. Die Studenten arbeiten während der Praxisphasen in realen Projekten mit. So erfassen sie zum Beispiel Betriebsdaten für Packmaschinen oder analysieren Kosten für verschiedene Großprojekte.
Anschließend stellte sich Professor Jörg Wollert vor, der seit Anfang Oktober neu am Studienort Gütersloh tätig ist. Wollert, der zuvor zwölf Jahrelang Professor für Softwaretechnik und Rechnernetze an der Hochschule Bochum war, leitet nun den Studiengang Mechatronik/Automatisierung und möchte die Forschung am Fachbereich weiter vorantreiben.
Um ein ganz anderes Thema ging es im Referat von Julia Buschmann. Die stellvertretende Geschäftsführerin der Studienfonds OWL warb für das neue Deutschlandstipendium. Es fördert mit 300 Euro monatlich Studierendesowie Studienanfängerinnen und Studienanfänger, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Dabei kommt die eine Hälfte vom Bund und die andere Hälfte von privaten Stiftern. Das Stipendium wurde erst in diesem Jahr eingeführt. Bereits im ersten Durchlauf werden 26 Studierende der Fachhochschule Bielefeld gefördert.
Abschließend gab Professor Dr. Thomas Kordisch einen Überblick über den Aufbau des Studienbetriebs in Gütersloh und Marcus Miksch sprach über die Entwicklung der Industriekooperation.
(v.l.:) Prof. Dr. Jörg Wollert (FH Bielefeld, Fachbereich IuM), Julia Buschmann (Studienfonds OWL), Marcus Miksch (FH Bielefeld), Dirk Niemann (AUGUST STORCK KG), Prof. Dr. Thomas Kordisch (FH Bielefeld, Fachbereich IuM).