30.01.2014

Abschiedsvorlesung von Prof. Kramer

Nach 23 ½ Jahren Lehrtätigkeit am Fachbereich Elektrotechnik und dem späteren Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik verlässt Prof. Ulrich Kramer Anfang März die FH Bielefeld.

Am Donnerstag, den 23.01.2014 hielt Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Kramer seine Abschiedsvorlesung im Bereich Regelungstechnik zum Thema "Kybernetik - Aufbruch, Umwege und Rückkehr" im Audimax. Nach 23 ½ Jahren Lehrtätigkeit am Fachbereich Elektrotechnik und dem späteren Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) wendet sich Prof. Kramer Anfang März anderen Aufgaben zu.

Nach dem Studium der Nachrichtentechnik an der TFH Berlin und der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Regelungstheorie/Systemdynamik an der TU Berlin wurde Prof. Kramer zunächst wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Lehraufgaben am Institut für Fahrzeugtechnik der TU Berlin. Anschließend promovierte er ebenfalls an der TU Berlin am Fachbereich Verkehrswesen, bevor er für fünf Jahre im Bereich Produktforschung bei der BMW AG in München tätig wurde.

Dem Ruf einer Professur für Mess- und Regelungstechnik an die Fachhochschule Bielefeld folgte er im Jahr 1990. Für eine Professur an einer Fachhochschule hat sich Prof. Kramer seinerzeit ganz bewusst entschieden, da er damals wie heute großen Wert auf Praxisbezug im Studium legt. Seine Zeit beim Autohersteller BMW hat ihn hierbei stark geprägt, wie er betont, und ihm den Blick über den Tellerrand gelehrt.

Am jetzigen Fachbereich IuM galt seine große Leidenschaft der Forschung. Angefangen mit Projekten in industrieller Bildverarbeitung und bildbearbeitungsbasierter Regelungstechnik zog es Kramer anschließend wieder in sein 'altes' Betätigungsfeld Fahrzeugtechnik zurück. Mit Projekten in Kooperation mit der Firma Hella über verschiedene Leuchtmittel in Automobilen oder einem Projekt über PKW-Gespanne mit der Firma Westfalia konnte Prof. Kramer den Studierenden seine langjährige Erfahrung in Theorie und Praxis vermitteln. Zudem war er Mitbegründer und langjähriger Leiter des Kompetenzzentrum Vernetzte Simulationen am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik.

Seine Zeit an der FH sieht Prof. Kramer aber auch mit kritischen Augen. So betonte er beispielsweise, dass das Fächerangebot anfangs "idealerweise noch viel freier und weniger eingepfercht" gewesen sei, als die Studierenden es heute kennenlernen. Auch bedauerte er, dass immer viel zu wenig Geld für die Hochschulen zur Verfügung stand. Seit 2002 hat Prof. Kramer einen Lehrauftrag für Fahrdynamik am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik und -antriebe der TU Cottbus. Dort hat er im Jahre 2008 auch habilitiert. Den Lehrauftrag wird er nach seinem Ausscheiden aus der FH Bielefeld weiterführen. Ihren Lebensmittelpunkt werden Prof. Kramer und seine Frau allerdings im beschaulichen Bielefeld behalten, wo sie gemeinsame Ausflüge in die Umgebung und gutes Essen zu genießen wissen. Doch auch das ingenieurmäßige Arbeiten wird nicht zu kurz kommen: Prof. Kramer wird auch in Zukunft mit im Ingenieurbüro seines Bruders an Sicherheitsmethodik und -Technologie für Automobil- und Flugzeugentwicklung arbeiten und sein großes Wissen hoffentlich noch lange einbringen können.

Für die Zukunft wünscht der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik Prof. Ulrich Kramer alles Gute auf dem weiteren Weg und natürlich immer eine gesunde Portion Neugier und Wissensdurst. (ah)