03.04.2014

ERASMUS-Praktikant Gaétan Peslier am Fachbereich IuM

Anfang des Jahres startete Gaétan Peslier sein ERASMUS-Praktikum am Fachbereich IuM. Für drei Monate war der 24-jährige französische Austauschstudent in Bielefeld zu Hause.

In Frankreich ist Gaétan Peslier Student der École Superior Informatique Èlectronique Autmatique oder anders gesagt, der Grande École d'Ingénieurs Paris-Laval. Er lebt und studiert Elektronik mit dem Schwerpunkt eingebettete Systeme (engl. embedded systems) am Studienort Laval, ca. 280 km südwestlich vom Pariser Zentrum und etwa 950 km von Bielefeld entfernt.

Vor Ort ist Prof. Jörn Loviscach erster Ansprechpartner und gleichzeitig für die fachliche Betreuung des Studenten verantwortlich. "Gaétan hat während seines Aufenthaltes am Fachbereich IuM die Grundlage für Experimente mit einer neuen Variante von elektronischen Selbsttests geschaffen. Es geht darum, nicht Wissen oder Fertigkeiten abzuprüfen, sondern verschiedene Arten von Heuristiken einzuüben", erklärt uns Herr Loviscach die Aufgabe seines Praktikanten.

Das Studium an einer Ingenieursschule in Frankreich ist noch 'old school' aufgebaut: In den ersten zwei Studienjahren werden die Grundlagenfächer gelehrt, um dann in den drei darauffolgenden Jahren den ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt mit dem Ziel Diplom-Ingenieur zu setzen. Eingegliedert in diese drei Jahre sind ebenfalls drei Praktika, eines davon im Ausland, in diesem Fall eben bei Herrn Prof. Loviscach in Bielefeld. Die weiteren zwei Praktika finden auf Technikerniveau (vier Monate) und auf Ingenieurniveau (sechs Monate) in zumeist regionalen französischen Unternehmen statt.

Kurz vor Ende seines Praktikums haben wir mit Gaétan über seine Erfahrungen gesprochen:

FH: Wie gefällt dir das Studentenleben in Bielefeld?
GP: Es gefällt mir gut und es ist vom Tagesablauf her sehr ähnlich zu meinem Leben in Frankreich: Schlafen, Arbeiten, Essen, Freizeit. Ich mag Bielefeld, die Größe der Stadt, die gute Infrastruktur. Ich kann mit der Straßenbahn leicht und schnell überall in der Stadt hinkommen, auch ohne Auto. Das ist toll.

FH: Was ist der größte Unterschied zu dem Studentenleben in deiner Heimat Frankreich?
GP: Ich hatte nicht erwartet, dass das Leben in Bielefeld günstiger ist als in Frankreich. Es hat mich sehr überrascht. Mein Appartement im Studentenwohnheim ist so sauber, ordentlich und gar nicht laut. Und es ist viel preiswerter als vergleichbare Wohnungen in Frankreich. Ich habe eine gute Internetverbindung. Alles ist hier sehr gut organisiert. Allerdings ist in Frankreich das Wochenende länger. Der Montag gehört oft noch mit dazu.

FH: Vermisst du irgendetwas in Bielefeld?
GP: Hm, eigentlich nichts. Vielleicht kostenloses Wasser ohne Kohlensäure zum Essen wie die in Frankreich typische "carafe d'eau", das gute Essen und die frischen Zutaten zum Kochen. Ich mag keine Fertiggerichte und koche lieber selbst.

FH: Fühlst du dich in Bielefeld wohl und gut aufgenommen?
GP: Es gefällt mir hier gut. Alle sind sehr freundlich, herzlich und haben mir geholfen, sei es mit dem Appartement, sei es mit dem Monatsticket für die Straßenbahn.

FH: Wenn du die Chance hättest an deinem Austausch etwas zu verändern, was wäre das?
GP: Mir fällt nichts ein.

FH: Willst du noch einmal zurückkommen nach Bielefeld?
GP: Vielleicht. Nach Ende des Praktikums fahre ich mit meiner Freundin noch einen Tag nach Hannover und zwei Tage nach Berlin zum Sightseeing. Dann sehe ich noch etwas mehr von Deutschland. In Köln war ich mehrmals während meiner Schulzeit auf Schulfreizeiten.

FH: Willst du noch einen weiteren Austausch machen? Wenn ja, wo?
GP: Einen Austausch nicht; als nächstes kommt für sechs Monate mein Unternehmenspraktikum dran, was ich in einem kleinen Unternehmen in der Nähe von Laval absolvieren werde.

FH: Warum hast du dich für Deutschland und ausgerechnet für Bielefeld entschieden?
GP: Meine Englischlehrerin, Frau Loubet*, kümmert sich bei uns in Laval auch um die Auslandskontakte. Sie kannte Herrn Prof. Loviscach und hat das Praktikum mit ihm sowie in Zusammenarbeit mit dem Akademischen Auslandsamt der FH Bielefeld vermittelt.
[*Susan Loubet, PhD, Director of International Relations and Language Teaching]

FH: Wie war dein erster Eindruck von Bielefeld und was hast du hier erwartet als du ankamst?
GP: Als erstes fiel mir auf das Bielefeld viel größer ist als Laval. Laval ist eine kleine Stadt in der Region Pays de la Loire im Norden Frankreichs mit ungefähr 51.000 Einwohnern. Bielefeld hat wirklich eine sehr schöne Altstadt und ein gutes Straßenbahnnetz. Erwartet habe ich zunächst nichts. Mein Motto war "wait and see".

FH: Was wirst du als erstes tun, wenn du nach Frankreich zurück kommst?
GP: Als erstes werde ich meine Familie besuchen. Meine Eltern leben mit meinem kleinen Bruder in Saint-Pierre-du-Perray, ca. 30 km südöstlich von Paris. Ich habe sie schon länger nicht gesehen. Ein paar Tage später geht es zurück nach Laval.

Das Interview wurde auf Englisch geführt.

 

Die organisatorische Arbeit zur Verwirklichung des Gastaufenthaltes in Bielefeld übernahm das Team vom Akademischen Auslandsamt. Dazu gehörte neben den üblichen ERASMUS-Formalien nicht nur die obligatorische Organisation eines Wohnheimplatzes im Studentenwohnheim an der Morgenbreede, sondern auch die Begleitung zum Wohnheim und zum FB IuM wurde am ersten Tag unkonventionell vorgenommen. Ansprechpartnerin im Akademischen Auslandsamt für den Bereich Praktikum ist die ERASMUS-Hochschulkoordinatorin Sandra Schoeß. Sie stand uns und steht Ihnen bei allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. (wm)

Weitere Infos für alle Praktika-Interessierten gibt es hier:
http://www.fh-bielefeld.de/internationales/erasmus-praktika