Neuer Forschungsschwerpunkt des Fachbereichs IuM stellt sich vor:
Ansätze und Potenziale mechatronischer Sichtweisen für den klassischen Maschinenbau
Der Einsatz mechatronischer Konzepte und Methoden birgt ein großes Innovationspotenzial sowohl für Produkte als auch für deren Entwicklungsprozesse. Innerhalb des konventionellen Maschinenbaus führen die mechatronischen Ansätze und Sichtweisen selbst bei Standardprinzipien wie z.B. Getrieben zu neuen Lösungsansätzen.
Der Forschungsschwerpunkt Systemoptimierung und Mechatronik im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der Fachhochschule Bielefeld arbeitet in den Bereichen Produktoptimierung, Systementwicklung / Konstruktion und Dynamik mit dem Ziel, Wissen für die konstruktive Umsetzung neuer Konstruktions-, Simulations- und Messverfahren zu gewinnen, zu verbessern und effektiv anzuwenden.
Vor diesem Hintergrund stellte der Forschungsschwerpunkt (FSP) das breite Spektrum seiner Aktivitäten der heimischen Industrie auf einer gemeinsamen Veranstaltung mit der IHK Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld und des Fachbereichs IuM der FH Bielefeld vor. Dazu waren etwa 60 Firmenvertreter in dem Ostwestfalensaal der IHK gekommen. Der Sprecher des FSP Prof. Dr.-Ing. Kühlert verwies auf die lange Tradition des FSPs mit dem Bestreben seine Leistungen bei der Entwicklung von Produkten und bei technischen Problemlösungen anzubieten.
In einzelnen Vorträgen von Lehrenden des Fachbereichs IuM wurde jeweils von konkreten Projekten berichtet, die in direktem Auftrag der Industrie durchgeführt wurden. Prof. Naumann beschrieb in seinem Beitrag "Mechatronik für intelligente Assistenzsysteme" neue Ansätze bei der Entwicklung eines Dreirades im Bereich der Rehabilitation. Prof. Diekmann erläuterte verschiedene Möglichkeiten der Designoptimierung bereits im Entwicklungsprozess durch Einsatz der Finite Element Methode. Die Auslegung von Antrieben bei stoßartigen Belastungen durch eine Gesamtsystembetrachtung schilderte Prof. Kühlert am Einsatz im kanadischen Ölsand. In einem abschließenden Vortrag ging Prof. Waßmuth auf das Potenzial einer modellbasierten Systementwicklung ein. Um die sich ergebenden Möglichkeiten anschaulich vermitteln zu können, ist in seinem Bereich ein Forschungsdemonstrator zur aktiven Schwingungsreduktion entwickelt worden.
Sicherlich eine Besonderheit ergab sich dadurch, dass außer den Akteuren des Fachbereichs IuM der FH Bielefeld die Firma Placke GmbH als Kooperationspartner ihre Erfahrungen erläuterte. Dipl.-Ing. Carsten Placke schilderte wie sich die Möglichkeiten einer Hochschule mit den Gegebenheiten eines kleinen Unternehmens verbinden lassen, um Entwicklungen zu realisierten, die im Unternehmen ohne Technologietransfer nicht denkbar sind.