03.05.2011

Fachbereich IuM übernimmt Begleitforschung für Rietberg

Energieeffizienz und normgerechtes Beleuchtungsniveau mittels LED im Fokus des neuen BMBF-Forschungsprojekts "Lichtkonzept Historischer Stadtkern Rietberg"

Energieeffizienz und normgerechtes Beleuchtungsniveau mittels LED im Fokus des neuen BMBF-Forschungsprojekts "Lichtkonzept Historischer Stadtkern Rietberg"

Das BMBF-Forschungsprojekt ist am 1.4.2011 im Verbund mit den Partnern Stadt Rietberg, RWE Rheinland Netz AG, Phillips GmbH Bereich Lightning, der Planungsgruppe MWM aus Aachen, der Hochschule OWL in Detmold und der Fachhochschule Bielefeld gestartet. Professorin Eva Schwenzfeier-Hellkamp ist die Projektleiterin für den Beitrag der Fachhochschule Bielefeld, Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) und wird durch Herrn Daniel Werner (Dipl.-Ing.) als wissenschaftlicher Mitarbeiter unterstützt.

Das LED-Lichtkonzept für den historischen Stadtkern in Rietberg ist eines der zehn Gewinner im Bundeswettbewerb "Kommunen im neuen Licht". Ziel dieses BMBF-Forschungsprojekts ist es, die bestehende und in vielen Bereichen nicht normgerechte Beleuchtung von Straßen und Plätzen auf einen modernen Stand zu bringen und dabei die Möglichkeiten und Vorteile der zukunftsweisenden LED-Technologie nutzbar zu machen. Die Objektbeleuchtung zahlreicher Baudenkmäler sowie die Entwicklung eines Lichtleitsteins auf der Pilotstrecke Mühlenstraße für sehbehinderte Menschen ist Bestandteil des Projekts. Wesentliche Aspekte des Umstellungskonzeptes sind neben der Anhebung des Beleuchtungsniveaus unter anderem die Vereinheitlichung der bisher großen Anzahl verschiedener Leuchtentypen, sowie die Bürgerakzeptanz der Verwendung innovativer LED-Beleuchtung in einem historischen Stadtkern.

Aufgabe des Fachbereichs IuM der Fachhochschule Bielefeld als Partner im Verbundprojekt soll es sein, die verschiedenen Schritte bei der Durchführung des Projektes wissenschaftlich zu begleiten, um eine umfassende Dokumentation und Überprüfbarkeit der Maßnahmen zu gewährleisten (Monitoring). Der Vergleich der derzeitigen Bestandbeleuchtung mit der neuen LED-Beleuchtung ist hierbei von besonderem Interesse. Im Fokus stehen für den Vorher/Nachher-Vergleich Befragungen der beteiligten Personenkreise und Messungen, die vor Ort unter normgerechten Bedingungen, reproduzierbar durchgeführt werden sollen.

Insbesondere die Messungen der Beleuchtungsstärke in ausgewählten Messfeldern im Stadtkern Rietberg mit speziellen, zertifizierten Messgeräten für den anschließenden Vergleich zu Simulationsdaten stellt eine zentrale, anspruchsvolle Aufgabenstellung dar. Die Optimierung der Beleuchtungssituation hinsichtlich der Einhaltung der DIN-Normen in Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen Philips ist ein zentraler Aspekt.

Mit Hilfe von Befragungen der Verwaltung, der Geschäftsleute und der Bürgerinnen und Bürger soll die Wirkung des LED-Lichts auf Menschen im Vergleich zur derzeitigen Bestandsbeleuchtung untersucht werden, um die Akzeptanz der neuen LED-Beleuchtung zu untersuchen.

Die Wirksamkeit und Funktionsweise einer mit Hilfe von LED-Leuchten betriebenen Pilotstrecke für sehbehinderte Menschen soll überprüft werden. Gegenstand der Untersuchungen soll es sein, die Auswirkungen der im Boden integrierten Leuchten auf die verschiedenen Personengruppen zu betrachten. Es sollen in diesem Zusammenhang vor allem Befragungen der betroffenen sehbehinderten Menschen durchgeführt werden. In Zusammenarbeit mit z.B. dem Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte werden so Erfahrungen und Erkenntnisse gewonnen. Darüber hinaus sollen auch die Einschätzungen von nicht sehbehinderten und älteren Menschen aufgenommen werden. Die Auswirkungen des LED-Leitsystems auf den Automobilverkehr, insbesondere etwaige Blendwirkungen oder Irritationen von Autofahrern sollen ebenso untersucht werden.

Auch soll die Energieeffizienz der Leuchten (Bestandbeleuchtung/LED) untersucht und gegenüber gestellt werden. Dies bedeutet, die Lichtausbeute im Verhältnis zum Energieverbrauch zu analysieren, und so eine qualifizierte Aussage über die tatsächlich erreichte Effizienzsteigerung zu treffen.

Zudem sind die Ergebnisse der Akzeptanz modernster LED-Beleuchtungstechnologie in Verbindung mit alter Bausubstanz wesentlich, um dieses Projekt auf andere Kommunen ähnlicher Größe und ähnlicher Struktur übertragen zu können. Somit ist der Erfolg nicht nur auf die Stadt Rietberg begrenzt, sondern kann in vergleichbaren Kommunen als Referenz und Argumentation zur Umsetzung von LED-Umrüstmaßnahmen verwendet werden.

Der Studiengang Regenerative Energien im Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik profitiert mit diesem Forschungsvorhaben von praxisnahen und wissenschaftlich anspruchsvollen Beispielen zum Themakomplex Energieeffizienz.

 

LED 2

(v.l.n.r.): Prof. Dr. Lothar Budde (Dekan des Fachbereichs IuM), Dipl.-Ing. Daniel Werner (wissenschaftlicher Mitarbeiter) und Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp (Projektleiterin)

 

LED 1

Projektteam der FH Bielefeld (v.l.n.r.): Rüdiger Ropinski (Stadt Rietberg), Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp (Teilprojektleiterin), Prof. Dr. Lothar Budde (Dekan des Fachbereichs IuM), Walter Herbrügger (RWE), Alex Wasenin (Student FB IuM), Stefanie Balzarek (Studentin FB IuM), Melanie Mettlen (Studentin FB IuM), Henrik Liersch (Student FB IuM), Daniel Werner (wissenschaftlicher Mitarbeiter FB IuM), Kristin Gabel (Studentin FB IuM), Nina Müller (TU Darmstadt) und Stefan Söllner (TU Darmstadt)