Podiumsdiskussion: Bachelor in der Tasche, und dann...?
Unter diesem Thema veranstaltete das Career Center IuM am Mittwoch, den 04. Dezember 2013, eine Podiumsdiskussion mit eingeladenen Professoren und Experten aus der Wirtschaft.
Für Studierende, die kurz vor Beendigung ihres Bachelor-Studiums stehen, stellt sich häufig die Frage, ob Sie nach ihrem Abschluss ein Master-Studium anschließen, oder den direkten Berufseinstieg wählen sollen. Denn längst scheint auch der Bachelor-Abschluss als berufsfähig anerkannt, viele Unternehmen beurteilen den Bachelor-Abschluss nicht mehr als einen "Abschluss zweiter Klasse".
Trotzdem herrscht Unsicherheit unter den Studierenden: Wo genau liegen die Erwartungen der Industrie an Berufseinsteiger? Wird die sogenannte Berufsfähigkeit des Bachelor-Abschlusses von Unternehmen als vollwertig anerkannt, oder ist ein Master-Abschluss höher angesehen? Und vor allem: Haben Bachelor- und Master-Absolventen adäquate Karrierechancen, oder ist für eine höhere Position ein Master-Abschluss unabdingbar?
Zur Diskussion dieses Themas lud das Career Center am Fachbereich IuM folgende Experten ein: Linda Cam, M. Sc., die nach ihrem Studium an der FH Bielefeld (Bachelorstudiengang Produktentwicklung und Mechatronik, sowie im Anschluss den Masterstudiengang Optimierung und Simulation) bei der Phoenix Contact E-Mobility GmbH im Bereich Vertrieb/Produktmarketing anfing, außerdem Prof. Dr.-Ing. Bruno Hüsgen, Leiter des Studiengangs Maschinenbau, sowie Brigitte Krause, tätig im Personalmarketing der HELLA KGaA Hueck & Co. Lippstadt. Moderiert wurde die Veranstaltung von Brigitte Böwingloh, Leiterin des Career Centers IuM.
An der Veranstaltung nahmen 50 Studierende und Mitarbeitende der Fachhochschule teil. Es wurden zahlreiche Fragen diskutiert. Unter anderem ging es darum, ob die Berufsfähigkeit des Bachelor-Abschlusses, unter anderem ein Ziel des Bologna-Prozesses, in die Berufspraxis umgesetzt wurde und somit ein Berufseinstieg nach dem Bachelor sinnvoll erscheint. Die Antwort lautete, dass jeder Studierende für sich persönlich entscheiden sollte, was er möchte und ob er eventuell Schwerpunkte oder eine Vertiefung im Masterstudium legen möchte. Dabei berücksichtigen sollte man Kriterien wie persönliches Interesse, eigene Fähigkeiten und die persönliche Situation. Ein folgende Einschätzung dazu gab Linda Cam: "Da ich bei meinem Bachelorabschluss noch jung war und wenig Berufserfahrung hatte, habe ich auch noch das Masterstudium Optimierung und Simulation absolviert. Hier konnte ich mein Wissen vertiefen und lernte insbesondere Präsentation und Projektarbeit. Das hilft mir bei meinem jetzigen Job im Produktmarketing."
Auf die Frage, wie Unternehmen den Berufseinstieg mit Bachelor-Abschluss handhaben, lautete die Antwort, dass die Auswahl der Mitarbeitenden von der Stellenbeschreibung und der Qualität der Bewerbungen abhänge. Brigitte Krause antwortete: "Wir schauen bei Einstellungen nicht ausschließlich darauf, ob ein Bewerber einen Bachelor- oder Master-Abschluss hat. Es geht vielmehr um das Gesamtbild; um die Kenntnisse, Praxiserfahrung und Persönlichkeit die jemand mitbringt."
Auch über das Gehalt, welches die Studierenden insbesondere interessiert, wurde gesprochen. Prof. Dr.-Ing. Bruno Hüsgen sagte: "Die meisten unserer Bachelorabsolventen gehen direkt in die Industrie und sind sehr erfolgreich in ihrem Job. Ob man als Masterabsolvent nun 100 Euro im Monat mehr als Einstiegsgehalt bekommt als ein Bachelor, davon alleine sollte man seine Entscheidung nicht abhängig machen. Nach ein paar Jahren lächelt man über solche Beträge!"
Zum Thema Weiterbildung lautete der Konsens, dass viele Unternehmen mittlerweile auch die Möglichkeit bieten würden, nach ein paar Jahren Berufstätigkeit ein Masterstudium berufsbegleitend anzuschließen. Dafür gebe es unterschiedlichste Modelle, wie zum Beispiel zusätzliche Urlaubstage.
Und schließlich wurde auch die Frage, wie stark Unternehmen die Dauer des Studiums im Lebenslauf bewerten, angesprochen. Hierzu lautete die Antwort, dass die wenigsten Menschen einen geraden Lebenslauf haben und auch Scheitern erlaubt sei. Allerdings müsse man Aspekte wie zum Beispiel ein Studium, welches mehr als zwei Semester über die Regelstudienzeit hinausgeht, begründen können.
Weitere Informationen zu diesen Themen gibt es bei Brigitte Böwingloh vom Career Center IuM. (bb)