Das jetzt auslaufende über ZIM (das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand) geförderte Projekt „NoCool-Werkzeug“ befasst sich mit der medienfreien Temperierung von Spritzgießwerkzeugen. Das Projekt legt einen Grundstein im Bereich der Heatpipe Temperierung im Spritzguss-Kontext und fördert viel Grundlagenwissen sowie praktische Erkenntnisse zu Tage. Mit Hilfe zahlreicher Bachelor- und Masterarbeiten entstanden verschiedenste Bausteine des Projektes, wie ein Versuchsstand zur Heatpipe-Qualifizierung inkl. Auswertungssoftware, gläserne Heatpipes zur Veranschaulichung der inneren Arbeitsprozesse sowie ein modular aufgebautes Spritzgießwerkzeug. Dieses kann zu Vergleichszwecken zwischen konventioneller Wassertemperierung und einer Heatpipe basierten Temperierung umgebaut werden. Zudem ist es möglich das Werkzeug unter Zuhilfenahme der Software Comsol Multiphysics äußerst präzise thermisch darzustellen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr.-Ing. Christoph Jaroschek, Lehrender am Fachbereich IuM, führte durch die Ergebnisse und stellte das Projekt samt seinen Ergebnissen vor.
In den folgenden zwei Jahren sollen so auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen eines Folgeprojekts Werkzeugelemente als Heatpipe ausgebildet werden. Ziel ist die Eliminierung von HotSpots zur Zykluszeitverringerung in der Produktion. Verkalkungen und Rostansätze, die eine Wartung- bzw. Reinigung der Spritzgießwerkzeuge notwendig machen, fallen beim Einsatz der Heatpipe-Technologie ebenfalls nicht mehr an.
Zu Gast waren neben Studierenden aus dem Bereich Maschinenbau die Industriepartner beider Projekte, für ein erstes Kennenlernen und den Austausch der jeweiligen Expertisen. Jene sind der Werkzeug- und Formenbauer Stefan Korbach (sk-Werkzeugbau GmbH, Extertal), sowie Frau Claudia Harnischmacher und Herr Jörg Brenzel als Spezialisten für Löttechnik und Wärmebehandlung (Harnischmacher GmbH, Fröndenberg), Herr Dirk Lübbing von GroheDAL als Nutzer der entwickelten Technik. (vh)