11.08.2026

Kooperationen mit lokalen Unternehmen: Studierende aus dem Masterstudiengang Business Innovation & Technology präsentieren ihre KI-Projekte vor Miele, Schüco und Co.

Der Fachbereich Wirtschaft setzt stark auf einen Praxisbezug und vernetzt Studierende mit lokalen Unternehmen. Im Masterstudiengang Business Innovation & Technology (BIT) haben rund 20 Studierende in diesem Sommersemester KI-Projekte für ansässige Unternehmen entwickelt. In einer Abschlussveranstaltung präsentierten sie ihre Ergebnisse vor Vertreter:innen von Miele, Schüco International KG, Valuedesk, nobilia und der Dr. Wolff Group.

Bielefeld (hsbi). „Unsere Studierenden sollen lernen, selber Tools zu entwickeln, mit denen sie Unternehmen unterstützen können. Das macht den Technology-Part unseres Masters ‚Business Innovation & Technology‘ aus“, begrüßt Prof. Dr. Christoph Weisser die Studierenden und Vertreter:innen fünf lokaler Unternehmen bei der Abschlussveranstaltung des Masterstudiengangs. Im Plenum sitzen Vertreter:innen von Miele, Schüco International KG, Valuedesk, nobilia und der Dr. Wolff Group.

Im Sommersemester 2026 haben die rund 20 BIT-Studierenden an KI-Projekten für die Kooperationspartner:innen gearbeitet. In einer Abschlusspräsentation zeigten sie in fünf Gruppen ihre Ergebnisse. „Was die Studierenden da geleistet haben, ist beeindruckend“, fasst Prof. Dr. Ingo Ballschmieter, Studiengangsleiter des Masters, zusammen. „In kürzester Zeit haben die Teams voll nutzbare KI-Prototypen und Konzepte entwickelt, die die Unternehmen direkt einsetzen können.“

KI-gestütztes Trend-Scouting-System für Schüco

Wie kann KI die Qualität und Geschwindigkeit von Trendanalysen verbessern? Mit der Frage haben sich die Studierenden Robin Glinka, Florian Haufe, Fabian Saeger und Joris Strakeljahn für das Unternehmen Schüco International KG beschäftigt. Für ihr Projekt haben die Studierenden ein KI-gestütztes Trend-Scouting-System entwickelt.

Mit ihrem Tool wollen die Studierenden die automatisierte Analyse großer Datenmengen ermöglichen. Neue Markt- und Technologietrends sollen so frühzeitig und automatisch erkannt werden. Zudem wollen sie durch datenbasierte Szenarien die Objektivität und Transparenz derartiger Erhebungen erhöhen. „Die Ergebnisse können so schon frühe Impulse für strategische Chancen und Risiken liefern“, sagt Student Fabian Saeger.

Um aus dem Tool Nutzen ziehen zu können, ist die Vorarbeit wichtig. Um die Aussagekraft der Ergebnisse weiter zu erhöhen, könnte die Datenbasis künftig um Patentdatenbanken, Branchenberichte und interne Unternehmensdaten ergänzt werden. Zudem bietet es sich an, den Suchraum auf weitere Länder auszuweiten und die Ergebnisse systematisch zu vergleichen. Dadurch ließen sich relevante Trends noch gezielter auf Schüco und konkrete Innovationsfelder zuschneiden. Auch von der KI zunächst ausgeschlossene Trendcluster sollten stichprobenartig durch Fachleute geprüft werden. Eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und das daraus entstehende Feedback könnten außerdem in die Weiterentwicklung des Systems einfließen. Im Regelbetrieb wären automatisierte monatliche Analysen denkbar, aus denen die KI kompakte Trend-Newsletter erstellt. Vor einer dauerhaften Einführung sollte Schüco schließlich empirisch untersuchen, inwieweit das System die Qualität der Trendanalysen verbessert, Zeit spart und einen strategischen Mehrwert schafft. Auch von der KI zunächst ausgeschlossene Trendcluster sollten stichprobenartig durch Fachleute geprüft werden. Eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit und das daraus entstehende Feedback könnten außerdem in die Weiterentwicklung des Systems einfließen. „Im Regelbetrieb wären automatisierte monatliche Analysen denkbar, aus denen die KI kompakte Trend-Newsletter erstellt. Vor einer dauerhaften Einführung sollte Schüco schließlich empirisch untersuchen, inwieweit das System die Qualität der Trendanalysen verbessert, Zeit spart und einen strategischen Mehrwert schafft“, so Fabian Saeger.

Während die Gruppe ganz klar die Vorteile von KI hervorhebt, bleiben sie trotzdem kritisch. „Die KI verbessert Qualität und Geschwindigkeit. Dennoch ist sie eine Ergänzung und kein Ersatz für menschliche Expertise“ lautet das Abschluss-Fazit der Gruppe.

Die Kooperationspartner:innen von Schüco sind begeistert von der Arbeit mit den Studierenden. „Das Projekt in Kooperation mit der HSBI zum KI-Trendanalysetool war ausgesprochen erfolgreich. Die sehr verständliche Präsentation und der konkrete, tiefgehende Prototyp haben eindrucksvoll gezeigt, wie viel die Studierenden in der kurzen Projektzeit erarbeitet und gelernt haben. Die Ergebnisse sind auch für uns ein wertvoller Denkanstoß und ein hilfreicher Impuls für die Validierung unserer Ideen“, sagt Marcel Gerhardt, Head of Group Innovation bei Schüco.

KI hilft bei Störungen an industriellen Abfüllanlagen

René Aumann, Charlotte Kreft, Philip Plet und Alina von Mutius haben sich für die Dr. Wolff Group mit einer KI-gestützten Unterstützung bei Störungen an industriellen Abfüllanlagen auseinandergesetzt. Für die Gruppe war zunächst wichtig, sich die Ist-Situation, also wie aktuell mit Störungen an industriellen Abfüllanlagen umgegangen wird, anzuschauen. Unternehmen setzen auf technische Dokumentationen durch Wartungsunterlagen und Störungsberichte. Dazu braucht es Fachpersonal, denn die Informationen müssen im Störungsfall aktiv gesucht werden.

Um die Abläufe der Störungsfindung zu vereinfachen, stellt die Gruppe das KI-Tool „Lupus“ vor. Mitarbeitende können dort eine konkrete Frage zur Störung stellen, die KI liefert eine erste strukturierte Orientierung und schlägt mögliche Ursachen und Prüfschritte verständlich vor. So wird vorhandenes Wissen mit Quellbezug direkt nutzbar gemacht.

Die Gruppe stellte den Gästen sowohl die Nutzer:innen-Ansicht von Lupus vor als auch die dahintersteckende technische Umsetzung. Sie machten sichtbar, wie das Tool aufgebaut ist und welche Vorteile es dadurch jetzt schon liefern kann. „Das KI-Tool macht Anlagenwissen schneller auffindbar und überprüfbar“, sagt die Studentin Alina von Mutius. Nutzer:innen können Dokumente bündeln, Quellen prüfen und Transparenz schaffen. Sie können Fragen in natürlicher Sprache stellen und erhalten sofort Antworten statt manuell in Dokumenten danach zu suchen.

Doch ein wichtiges Fazit ist auch: „Lupus ersetzt keine Fachkompetenz, sondern macht vorhandenes Wissen im Moment der Störung schneller nutzbar“, sagt von Mutius weiter. „Es handelt sich um keine fertige Produktivlösung, aber die Arbeit mit KI ist ein belastbarer Ausgangspunkt.“

Auch der Dekan des Fachbereichs Wirtschaft, Prof. Dr. Riza Öztürk, ist begeistert von den Präsentationen. „Alle fünf Gruppen haben herausragende Ergebnisse geliefert und können stolz auf ihre Arbeit sein“, sagt Prof. Öztürk. „Eigentlich wollte ich nur kurz in die Präsentationen reinschauen, war dann aber so gefesselt, dass ich nicht mehr gehen konnte.“ Für das kommende Wintersemester sind erneut Kooperationen mit lokalen Unternehmen geplant. (sab)