13.03.2014

Exkursion zum Steinkohlekraftwerk Heyden

26 Studierende besichtigten gemeinsam mit ihrem Dozenten Prof. Dr. Frank Sander in das Steinkohlekraftwerk Heyden in Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke.

Eine Exkursion im Rahmen der Module "Energietechnik 1" und "Thermodynamik 2" führte 26 Studierende gemeinsam mit ihrem Dozenten Prof. Dr. Frank Sander in das Steinkohlekraftwerk Heyden in Petershagen, Kreis Minden-Lübbecke.

Das Kraftwerk Heyden wird von der E.ON Kraftwerke GmbH betrieben. Obwohl der Kraftwerksblock schon mehr als 26 Jahre in Betrieb ist, handelt es sich mit einer Bruttoleistung von 920 MW um den größten Steinkohle-befeuerten Monoblock Europas. Die Nettoleistung beträgt 875 MW. Der Nettowirkungsgrad des Kraftwerkes erreicht 41 Prozent.

Die Besichtigung des Kraftwerks begann für die Besucher mit einem allgemeinen Vortrag über die Historie und die wichtigsten Eckdaten. Anschließend wurde die Gruppe im Rundgang über das Gelände durchgeführt. Dieser umfasste die wichtigsten Stationen, wie

  • das Kohlelager,
  • die Kohleförderanlage,
  • die Kohlemühlen als Teil des Kesselhauses,
  • den Kühlturm und den Schornstein,
  • den 85 Meter hohen Kessel,
  • den Blick vom Dach des Kesselhauses in 95 Meter Höhe,
  • die Turbinenhalle als Kern des Kraftwerkes, in der sich Hoch-, Mittel, Niederdruckturbinen und der Generator befinden,
  • die Leitwarte des Kraftwerks und
  • die Rauchgasreinigungsanlagen (Entstaubungs-, Entstickungs- und Entschwefelungsanlagen)

Beim Rundgang über das Gelände des Kraftwerks wurden die Dimensionen der einzelnen Komponenten Wort wörtlich erfassbar. Das Kohlelager beansprucht die Fläche mehrerer Fußballfelder, um einen Vorrat von ca. 160.000 Tonnen vorzuhalten. Mit dieser Menge könnte das Kraftwerk bei Volllast zirka drei Wochen betrieben werden. Ebenso beeindruckten die Abmessungen des Kessels: B: 46 m x L: 19 m x H: 85 m. Aufgrund thermischer Ausdehnung ist der Kessel aufgehängt, also nur an der Oberseite befestigt. Wie auf den Bildern zu erkennen, hatte die Gruppe die Möglichkeit, bis auf das Dach des Kesselhauses zu gehen und dort den Ausblick in 95 Metern Höhe zu genießen.

Sehr beeindruckend war auch die Turbinenhalle, das eigentliche Herzstück eines jeden Kraftwerks. Dort befinden sich die Hoch-, Mittel, Niederdruckturbinen, die mechanische Arbeit erzeugen und der Generator, der die Rotationsenergie der Turbinen in elektrische Energie umwandelt. Als letzte Station wurde die Leitwarte des Kraftwerkes besichtigt. Dort wird das gesamte Kraftwerk von nur zwei Mitarbeitern 'gefahren'. Außerhalb der Arbeitszeiten werden auf dem gesamten Gelände nur fünf Mitarbeiter benötigt, um das komplette Kraftwerk zu betreiben. In der Leitwarte werden die Werte aller vorhandener Messstellen angezeigt, kontrolliert und überwacht, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

"Die Exkursion ist eine interessante Ergänzung zu den ganzen theoretischen Inhalten aus der Vorlesung", so die allgemeine Meinung der Studierenden. Sie zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen eines solchen Kraftwerkes. Auch von der Tatsache, wie viel Aufwand die Aufbereitung des Brennstoffes, die eigentliche Verbrennung und die anschließende Reinigung des Rauchgases bereiten.

 

Eckdaten des Kraftwerks Heyden in Petershagen

  • Bruttoleistung 920 MW
  • Nettoleistung 875 MW
  • Nettowirkungsgrad 41 %
  • Brennstoffmassenstrom 7200 t/h
  • Erzeugter Dampfmassenstrom 300 t/h
  • Frischdampf 215 bar / 545 °C
  • Zwischenüberhitzung 45 bar / 545 °C