Das Innovationszentrum in Bad Oeynhausen ist eine Initiative der regionalen Wirtschaft und versteht sich als Kompetenzzentrum rund um das Thema Weiterbildung. Diskutiert wurde die Idee der Lehrfabrik Ende Oktober beim ersten offiziellen Treffen zwischen Markus Kamann, Geschäftsführer des IZF, Prof. Lothar Budde, Dekan des Fachbereichs IuM und Prof. Michael Fahrig, Studiengangsleiter des Verbundstudiengangs Maschinenbau.
Der Gedanke, dass eine Zusammenarbeit in Form einer Lehrfabrik für beide Seiten von Vorteil ist, kam auf, da das IZF über moderne und bestens ausgestattete Räumlichkeiten verfügt. In den letzten Monaten wurden die Maschinen und Werkzeuge im Umfang von 1,3 Millionen Euro modernisiert und erweitert. Führende Maschinenbauer aus der Industrie haben als Kooperationspartner die fachliche Unterstützung gegeben, so dass der Maschinenpark dem aktuellen Stand der Branche entspricht.
Die Frage "Wie können diese Ressourcen noch effizienter eingesetzt werden", beantwortet Michael Fahrig klar mit den Worten "…durch die Mitnutzung von Studierenden". Das IZF bietet den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren innerhalb von zwei Tagen einen Einblick in die Produktentstehung. Klaus Schomburg, Werkstattmeister und Praxistrainer der Lehrfabrik begleitet den Ablauf einer anspruchsvollen Konstruktion vom Konzept bis zur Erstellung erster Prototypenteile durch einen 3D-Drucker. Ergänzend wird darüber hinaus die gesamte Prozesskette vom Entwurf über die Werkzeugherstellung bis zur Produktion von serientauglichen Teilen mit Hilfe integrierter Softwaresysteme in der Lehrfabrik praxisnah dargestellt. "Diese Prozesskette sollten unsere Studierenden verfolgen bzw. mitgestalten können", so Fahrig. Die Werkzeuge und Maschinen entsprechen in Form und Funktion der Ausstattung moderner Unternehmen. Deshalb können die Studierenden am Ende der Veranstaltung die Prototypen und sogar das fertige Produkt aus der Spritzgussmaschine in den Händen halten. Die Darstellung des Innovationsprozesses ist damit absolut praxisnah.
Perspektivisch könnte man den Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen vermitteln, wie die realen Abläufe von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt vonstattengehen. Im ersten Durchlauf bestünde diese Möglichkeit für die Studierenden des Bachelorstudiengangs Maschinenbau.
Innerhalb des von Prof. Fahrig im 5. Semester durchgeführten Moduls "Innovationsmanagement" könnte eine Praxisphase im IZF absolviert werden. "Wir stellen einen Seminarraum, einen PC-Raum mit Entwicklungssoftware und die laufenden Maschinen und Anlagen zur Demonstration eines realen Produktdurchlaufs", so Kamann.
"Das IZF bietet tolle Möglichkeiten für unsere Studierenden. Vorstellbar wäre ein gemeinsames Zertifikat. Darüber hinaus bestehen im IZF zahlreiche Industriekontakte, die die Studierenden auch zum Schreiben ihrer Bachelorarbeit in einem der Unternehmen nutzen könnten. Es ist eine win-win Situation für alle Beteiligten", freut sich Prof. Budde. (th)