36 Mitglieder des Lions Club Bielefeld-Hünenburg besuchten am 24. Februar. die Leonardo-Ausstellung des Fachbereichs Ingenieurwissenschaften und Mathematik.
Im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Club-Treffen besuchten 36 Mitglieder des Lions Club Bielefeld-Hünenburg am 24.02. den Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (IuM) der Fachhochschule Bielefeld. Zu Beginn der Abendveranstaltung fragten sich noch viele der Gäste, was denn einen technisch-mathematischen Fachbereich mit dem Künstler Leonardo da Vinci verbindet. Wer könnte diese und andere Fragen zu dieser Thematik besser beantworten als Prof. Dr. Horst Langer, der im Frühjahr diesen Jahres das 10-jährige Jubiläum mit seiner Ausstellungsreihe "Leonardo da Vinci - Bewegende Erfindungen" feiert. Bevor er seine Zuhörerschaft für eine Weile in das Leben von da Vinci entführte, begrüßte Prof. Dr. Lothar Budde, Dekan des Fachbereichs IuM gemeinsam mit Prof. Dr. Guido Schürmann, dem Präsidenten des Lions Clubs, die Gäste an der Fachhochschule. Mit einführenden Worten luden sie zu einem kulturellen Abend mit anschließendem Finger Food in der Galerie des Hochschulgebäudes ein. Prof. Budde: "In der Lehre ist Praxisbezug unser Credo und insbesondere dafür ist Professor Langer mit seinen Studienprojekten ein Paradebeispiel."
Der anschließende Vortrag von Prof. Langer stellte eine spannende Zeitreise durch die geschätzt 50-jährige Schaffensperiode des Genies da Vincis dar. Langer betonte immer wieder, dass er nur Mosaiksteine seines Lebens zeichnen könne. Drei Überzeugungen von Leonardo da Vinci hat sich Horst Langer zum Ziel bei der Vermittlung an die Studierenden gesetzt. Wenn sie die Hochschule verlassen, sollten sie erfahren haben, dass es sich lohnt am "Ball zu bleiben", in Projekten "einen langen Atem" zu haben und nicht den schnellen aber kurzweiligen Erfolg zu suchen.
Darüber hinaus sollten die Absolventinnen und Absolventen die wichtige Fähigkeit anstreben - mutig Grenzen zu überschreiten. Als daraufhin einer der Zuhörer nach der Entstehungsgeschichte der Ausstellung "Bewegende Erfindungen" fragte, bemerkte man schnell, dass sich diese Ziele bei den Studierenden bewahrheitet haben. Als vor 10 Jahren innerhalb einer Studiengruppe zunächst theoretisch mit den Konstruktionsleistungen von da Vinci gearbeitet wurde, entwickelte ein Student spontan den Impuls, diese Skizzen aus Holz nachzubauen und tat es auch. Dieses Exponat kam bei den Mitstudierenden so gut an, dass Horst Langer von diesem Semester an den Studierenden die Möglichkeit bot, anhand von Skizzen Leonardos Erfindungen nachzubauen. Nach einigen Semestern hatten sich zahlreiche Werke angesammelt. Mit der Anfrage des Schloss- und Beschläge-Museums in Velbert, sich diese Exponate leihen zu dürfen, nahm die Erfolgsgeschichte der Ausstellung "Leonardo da Vinci -Bewegende Erfindungen" ihren Lauf.
Heute sind die Exponate der Studierenden in ganz Deutschland unterwegs. Prof. Langer dazu: "Es ist eine toll zu sehen, wie stolz die Studierenden sind. Sie nehmen Freunde und Verwandte mit in die Ausstellungen, um ihr Arbeitsergebnis zu präsentieren." Der Studienablauf ist dabei wie folgt: Zunächst setzen sich die Projektgruppen drei Wochen lang mit dem Leben da Vincis intensiv auseinander, im Anschluss entwickeln und konstruieren sie am Rechner erste Ideen und Ziel am Ende des Semesters ist das fertige Produkt. Während dieses Prozesses lernen die künftigen Ingenieurinnen und Ingenieure praktisch nebenbei die Methoden der Produktentwicklung.
Die Gäste des Lions-Club zeigten sich begeistert von diesem Studienkonzept. Als auf einer Präsentationsfolie das folgende Zitat von da Vinci auftauchte: "Wir hören nicht auf zu spielen, weil wir älter werden, sondern: wir werden älter, weil wir aufhören zu spielen", bot dies den idealen Übergang zu der Besichtigung der Ausstellung. Diese lädt nämlich zum Spielen, Anfassen und Ausprobieren ein. Bei leckeren Häppchen führte Prof. Langer die interessiere Runde durch die Ausstellung im Gebäude der Fachhochschule. Die Gäste des Fachbereichs freuten über einen rundum gelungenen Abend und bedankten sich beim Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik für die Gastfreundschaft. (th)