30.10.2026

Zehn Tage New York: Studierende der HSBI entdecken eine faszinierende Metropole

20 Studierende der Hochschule Bielefeld erkundeten New York, lernten die US-amerikanische Arbeitskultur kennen und setzten sich mit der Geschichte und kulturellen Vielfalt der Vereinigten Staaten auseinander.

Ende August machten sich 20 Studierende der Hochschule Bielefeld (HSBI) gemeinsam mit Professorin Brigitta Gänsicke und David Meyer zu Wendischhoff, wissenschaftlicher Mitarbeiter, beide Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik auf den Weg nach New York. Zehn Tage lang standen Begegnungen, neue Eindrücke und spannende Einblicke in die amerikanische Lebens- und Arbeitswelt auf dem Programm.

Das Ziel der Exkursion war es, den interkulturellen Horizont der Studierenden zu erweitern und ihnen die Möglichkeit zu geben, andere Perspektiven kennenzulernen. Die Reise hatten die Studierenden bereits im Vorfeld aktiv mitgestaltet: In Gruppen planten sie verschiedene Touren und beschäftigten sich mit den Themen, die sie vor Ort vertiefen wollten.

Einblicke in die internationale Arbeitswelt

Eine Frau steht einem Roboter gegenüber.
Wie selbstverständlich modernste Technik im US-Alltag integriert werden soll, zeigt der tm:rw Store: Auf drei Etagen werden Innovationen aus Gaming, Wellness und Mobilität inszeniert.

Ein erster Höhepunkt war der Besuch des German House in New York. Dort nahm die Gruppe an einem Workshop mit Dr. Joann Halpern, der ehemaligen Direktorin des Hasso-Plattner-Instituts in New York teil und lernte die Methode des Design Thinking kennen. Dabei erhielten die Studierenden Einblicke in einen Ansatz, der dabei hilft, Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und neue Ideen zu entwickeln. Im Anschluss stellte Michael Paulus den Campus OWL vor und informierte über Möglichkeiten für Praktika und weitere Auslandserfahrungen in den USA. Für die Studierenden war dies eine Gelegenheit, sich mit internationalen Perspektiven für den eigenen Berufsweg auseinanderzusetzen.

Wie sich die Arbeit in einem international tätigen Unternehmen gestaltet, erfuhr die Gruppe beim Besuch der BEUMER Group in Somerset, New Jersey. Bei der Firmenbesichtigung lernten die Studierenden die Arbeit eines Unternehmens aus Ostwestfalen-Lippe am US-amerikanischen Standort kennen. Im anschließenden Austausch ging es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der deutschen und der amerikanischen Arbeitskultur. „Gerade solche Einblicke sind wertvoll, um besser zu verstehen, welche Rolle kulturelle Unterschiede im Berufsalltag spielen und worauf es bei der Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg ankommt“, so Prof. Gänsicke.

Geschichte und kulturelle Vielfalt erleben

Neben wirtschaftlichen und beruflichen Themen spielte auch die Geschichte der Vereinigten Staaten eine wichtige Rolle. Besonders eindrucksvoll war die Führung durch das African Burial Ground National Monument. Dort setzten sich die Studierenden mit der Geschichte des Menschenhandels und der Sklaverei in den USA auseinander.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit führte zugleich zu Fragen, die die amerikanische Gesellschaft bis heute beschäftigen. Auch gesellschaftliche und ethnische Konflikte sowie die Black-Lives-Matter-Bewegung wurden thematisiert. Die Studierenden erhielten so die Gelegenheit, historische Entwicklungen mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten in Verbindung zu bringen.

Wie vielfältig New York ist, zeigte sich auch beim Besuch der West Indian American Labor Day Parade in Brooklyn. Die farbenfrohe Parade bot einen Einblick in die Traditionen und das kulturelle Erbe der karibischstämmigen Bevölkerung. Sie machte deutlich, wie unterschiedlich die kulturellen Einflüsse sind, die das Leben in der Stadt prägen.

New York zwischen Finanzwelt und Geschichte

Zwei Frauen berühren den Charging Bull an der Wall Street.
Das Berühren des Charging Bull an der Wall Street gilt als Glücksbringer für Mut, Tatkraft und finanziellen Erfolg.

Natürlich durfte auch ein Blick auf New York als eine der bedeutendsten Handels- und Finanzmetropolen der Welt nicht fehlen. Im Finanzdistrikt besichtigten die Studierenden bekannte Orte wie die Wall Street und das World Trade Center. Auch die New York Stock Exchange und die Federal Reserve Bank sowie andere große Banken, die im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt stehen, standen auf dem Programm. 

Ein Besuch, der die Gruppe auf andere Weise bewegte, war das 9/11 Memorial. Die Gedenkstätte erinnert an die Terroranschläge vom 11. September 2001 und ihre Folgen. Dabei wurde den Studierenden auch bewusst, dass die Auswirkungen der Anschläge auf Deutschland vielen von ihnen bislang nicht bekannt waren.

Auch die Architektur New Yorks vermittelte einen Eindruck von der Entwicklung der Stadt. Besonders in Midtown prägen beeindruckende Wolkenkratzer in unterschiedlichen Architekturstilen das Stadtbild. Sie stehen für die wirtschaftliche Bedeutung New Yorks und den stetigen Wandel der Metropole. Ein weiterer Programmpunkt führte die Studierenden zur New York Public Library.

Auf den Spuren der amerikanischen Unabhängigkeit

Die von den Studierenden vorbereiteten Touren waren ein wichtiger Bestandteil der Exkursion. In ihren Gruppen stellten sie historische Gebäude, bedeutende Orte und Ereignisse vor und konnten sich dadurch intensiv mit der Geschichte New Yorks auseinandersetzen.

Ein Tagesausflug führte die Gruppe nach Philadelphia. Dort besichtigten sie die Independence Hall und beschäftigten sich mit der Entstehung der Vereinigten Staaten. Dabei ergaben sich auch interessante Parallelen zur Gründung der Europäischen Union: Unterschiedliche Staaten mit eigenen Interessen und Traditionen unter einem gemeinsamen politischen Dach zusammenzuführen, stellte damals wie heute eine besondere Herausforderung dar.

New York auf eigene Faust entdecken

Neben dem offiziellen Programm blieb den Studierenden Zeit, die Stadt selbst zu erkunden. Diese Freiräume nutzten sie, um New York in kleinen Gruppen kennenzulernen und eigene Eindrücke zu sammeln.

Sonnenuntergänge auf der Staten Island Ferry, Joggingrunden über die Brooklyn Bridge, Fahrradtouren durch den Central Park, Shopping und Besuche von Aussichtsplattformen gehörten ebenso dazu wie der ein oder andere Abend in einer Bar. So konnten die Studierenden die Stadt auch abseits des offiziellen Programms erleben.

Erfahrungen, die bleiben

Die Exkursion bot den Studierenden die Möglichkeit, New York aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen und sich mit der amerikanischen Lebens- und Arbeitswelt auseinanderzusetzen. Die Kombination aus fachlichen Einblicken, historischen Führungen und selbst geplanten Touren machte die Reise zu einer vielseitigen Erfahrung.

Skyline von Manhattan beim Sonnenuntergang.
Skyline von Manhattan beim Sonnenuntergang.

Das Ziel, die Studierenden für internationale Erfahrungen und interkulturelle Zusammenarbeit zu begeistern, wurde damit aufgegriffen. In einer zunehmend international vernetzten Arbeitswelt sind kulturelle Offenheit und Auslandserfahrungen wichtige Voraussetzungen für die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. (fbk)