Tools

InCamS@BI entwickelt praxisnahe Werkzeuge, die Unternehmen dabei unterstützen, Produkte und Prozesse von linearer auf eine zirkuläre Wertschöpfung umzustellen. 

Unsere Tools bieten leicht zugängliche, anschaulich aufbereitete Informationen, konkrete Handlungsempfehlungen und Orientierung für strategische Entscheidungen. Sie sind speziell für die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen konzipiert und dienen zugleich als Einstieg in eine vertiefte Zusammenarbeit mit den Hochschulen.

Die Tools helfen Unternehmen dabei, zirkuläre Potenziale zu erkennen, Entscheidungen fundiert zu treffen und konkrete Maßnahmen abzuleiten.

 TechCheck Circular Economy

Mit dem Technology Check (kurz TechCheck) möchten wir Unternehmen dabei helfen, ihre individuellen Ansatzpunkte für eine zirkuläre Wertschöpfung (Circular Economy) zu erfassen. Nach einer Ist-Analyse identifizieren wir mit Ihnen individuelle Handlungsfelder und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze.

  • Entweder können Sie als Unternehmen den TechCheck im persönlichen Kontakt mit unserem Team durchführen. Gemeinsam erarbeiten wir individuelle Handlungsmöglichkeiten Ihres Unternehmens auf dem Weg zur Circular Economy. Der TechCheck wird mithilfe eines interaktiven Boards durchgeführt, welches Spielraum für Kreativität bietet. Darüber hinaus profitieren Sie im direkten Austausch von der Expertise unseres Teams.
  • Alternativ haben Sie die Möglichkeit den TechCheck selbstständig mithilfe unserer Unterlagen und Anleitung durchzuführen. Diese stellen wir Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung. Selbstverständlich ist auch eine anschließende Durchführung des TechChecks im persönlichen Kontakt mit unserem Team möglich

Anleitung zur selbstständigen Durchführung des TechChecks

In der nachfolgenden Anleitungen finden Sie Präsentationen und Templates für die selbständige Durchführung des TechChecks. Die Präsentationen führen Sie hierbei in die Theorie ein und unterstützen bei der methodischen Durchführung. In den Templates können Sie die einzelnen Schritte des TechChecks ausarbeiten und dokumentieren.

Ein Mann füllt ein Formular für den TechCheck aus.

Orientierungsphase

In der Orientierungsphase können Sie sich Ihr Produkt und die zugehörige Wertschöpfungskette noch einmal genauer vor Augen führen, sodass Sie strukturiert Handlungsfelder für sich identifizieren können. Auf Grundlage der Circular Economy Theorie und einer Einführung in die Struktur der zirkulären Wertschöpfungskette können sogenannte Wertverlustpunkte identifiziert und priorisiert werden.

Aktivieren
Sortieren und Identifizieren
Bewerten und Priorisieren

Lösungsphase

In der anschließenden Lösungsphase können Sie mithilfe der Templates Lösungsansätze für die von Ihnen priorisierten Handlungsfelder entwickeln und konkrete Maßnahmen definieren. Eine Inspiration hierfür stellen die R-Prinzipien dar. Durch die Nutzung von Ishikawa-Diagrammen können die Ursachen der Wertverluste weiter ausgearbeitet und so maßgeschneiderte Lösungen entwickelt werden. Die Lösungsansätze können dann im Anschluss anhand von sechs Kriterien hinsichtlich konkreter Bedarfe und Vorteile bewertet werden. Für vielversprechende Lösungsideen können abschließend detailliertere Konzepte erarbeitet werden.

Inspirieren
Definieren
Bewerten und Identifizieren
Konkretisieren

 

TechCheck „Design-for-R“

Sie möchten überprüfen, wie gut Ihr Unternehmen bereits beim Design for R aufgestellt ist?

Nutzen Sie hierfür unseren kostenlosen TechCheck „Design für R“. Das entsprechende Template finden Sie hier zum Download. Mithilfe von kurzen Leitfragen können Sie im TechCheck selbst analysieren, ob und in welcher Tiefe die R-Prinzipien umgesetzt werden und an welchen Stellen sich möglicherweise Optimierungspotenzial erkennen lässt.

Die Forschungsgruppe Kunststofftechnik und Werkstoffprüfung von InCamS@BI unterstützt Sie auch gerne bei der Durchführung des TechChecks „Design for R“. Wenden Sie sich dafür bitte an Dr.-Ing. Stephan Kartelmeyer (stephan.kartelmeyer@hsbi.de).

Übrigens: Unser TechCheck ist nicht exklusiv für den Anwendungskontext von Kunststoffen nutzbar. Er kann auch auf andere Produktgruppen und Materialien angewandt werden.

Quartett zu Kunststoffen 

Zwei Personen spielen gemeinsam ein Quartettspiel zum Thema Kunststoffe.

Fachliches Wissen spielerisch aufgearbeitet: Im Rahmen unseres Toolbox-Angebots haben wir ein Quartettspiel zum Thema Kunststoffe erarbeitet. Das Quartett bündelt auf 32 Karten zentrale Eigenschaften ausgewählter technischer, Hochleistungs- und Standardkunststoffe. Ergänzt haben wir die Spielkarten mit handgezeichneten Illustrationen von Praxisbeispielen, also Produkten, die aus dem jeweiligen Kunststoff bestehen. So lassen sich Materialien, Anwendungen und Eigenschaften auf einen Blick vergleichen. Falls Sie Interesse an einem unserer Quartette haben, melden Sie sich gerne über unser Kontaktformular bei uns. Für Fragen steht Philipp Krieger aus unserer Forschungsgruppe Kunststofftechnik und Werkstoffprüfung zur Verfügung. Die Datengrundlage des Quartetts findet sich links im Downloadbereich.

Mehr zu den gewählten Vergleichskategorien des Quartetts

Die sechs Kategorien betrachten Kunststoffe aus drei unterschiedlichen Perspektiven: ihre thermischen und mechanischen Eigenschaften, ihren chemischen Aufbau sowie ihre wirtschaftliche Bedeutung. So wird deutlich, dass sich Kunststoffe nicht nur in Bezug auf ihre Festigkeit oder Verformbarkeit unterscheiden, sondern auch in Bezug auf ihre Molekülstruktur, Einsatzmenge und ihren Preis. Nachfolgend findet sich eine Übersicht der Quartettkategorien, sowie die zugehörige wissenschaftliche Erkärung. 

Glasübergangstemperatur [°C]

Die Glasübergangstemperatur, auch Tg genannt, bezeichnet den Temperaturbereich, in dem die amorphen Bereiche eines Polymers vom glasartig-harten in einen zunehmend beweglichen und elastischen Zustand übergehen. Diese Entwicklung ist auf die zunehmende Beweglichkeit der Polymerkettensegmente zurückzuführen. Sie stellt eine signifikante Kenngröße dar, die für die Beurteilung des temperaturabhängigen Werkstoffverhaltens von Kunststoffen von entscheidender Relevanz ist.

Zugfestigkeit [MPa]
Die Zugfestigkeit Rm ist definiert als die maximale technische Zugspannung, die von einem Werkstoff während eines Zugversuchs erreicht wird. Die Bestimmung der Zugfestigkeit erfolgt durch Messung der maximal auftretenden Zugkraft und des ursprünglichen Probenquerschnitts. Die so ermittelte Zugfestigkeit dient als Indikator für die mechanische Belastbarkeit eines Kunststoffs unter Zugbeanspruchung.
Bruchdehnung [%]
Die Bruchdehnung beschreibt die relative Längenänderung einer Probe zum Zeitpunkt des Bruchs gegenüber ihrer ursprünglichen Messlänge. Die Messgröße wird in Prozent angegeben und dient insbesondere zur Beurteilung der Verformbarkeit und Duktilität eines Kunststoffs.
Kohlenstoffatome pro Wiederholungseinheit
Polymere sind makromolekulare Verbindungen, die aus langen Molekülketten bestehen, welche aus sich wiederholenden chemischen Struktureinheiten aufgebaut sind. Die Kenngröße gibt die Anzahl der Kohlenstoffatome innerhalb einer solchen Wiederholungseinheit an und beschreibt damit einen grundlegenden Aspekt des chemischen Aufbaus des jeweiligen Polymers.
Weltweite Nachfrage [Mt/a]
Die weltweite Nachfrage beschreibt die jährlich global nachgefragte bzw. verbrauchte Menge eines Kunststofftyps. Die Kenngröße wird in Millionen Tonnen pro Jahr (Mt/a) angegeben und stellt eine quantitative Abschätzung der wirtschaftlichen und industriellen Bedeutung des jeweiligen Kunststoffs dar.
Kosten pro kg [€/kg]

Die Kosten pro Kilogramm stellen den Marktpreis eines Kunststoffs in Relation zu seiner Masse dar. Im Gegensatz zu den physikalischen Werkstoffkennwerten ist dies keine konstante Materialeigenschaft. Der Preis wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, darunter die Rohstoff- und Energiekosten, die Materialqualität, die Produktionsverfahren sowie das Angebot und die Nachfrage.